gustav

chinesisches_porzellan

Gustav

Mehrfach umrundetest du mit dem Schiff die Welt.

Warst du ohne Heuer, rief die ganze Familie unisono laut, lachend: „Koch gesucht!“, wenn ein großer Pott im nahen Hafen tutete.

Sorgte Greten sich, ob es dir auf deinen Fahrten wohl gut gehe, sagtest du: Wenn dir wirklich etwas passieren würde, wenn du stürbest, würdest du es sie wissen lassen, dann schicktest du ihr einen Admiral-Falter. Greten lachte ungläubig und doch getröstet. Ach Gustav, du Schiffskoch-Admiral!

Seidenkimonos und feinstes Tee-Geschirr aus zartem Porzellan trugst du aus China um die ganze Welt in deinem Seesack nach Haus. Einmal sogar einen lebendigen Kapuzineraffen für die Kinder. Mit dreizehn wären die Jungen groß genug, mit dir zu rauchen und stecktest allen eine an. Ach Gustav!

Auf der Pamir warst du gefahren und hattest viel zu berichten. Wenn du zuhause warst, warst du ganz dort. Sie liebten dich: Die drei großen Jungs und deine beiden kleinen Mädchen. Und Greten, deine Frau.

Sie ging in die Küche, den Kaffee zu holen. Als sie zurückkam, flatterte zwischen den Fensterscheiben ein Admiral.

 

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