Allgemein, Ballade, Lyrik

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Sturm

Schwarz die See. Die Segel blutrot.
Die Mannschaft kämpft auf den Tod.
Das Meer so weit. Kein Land in Sicht.
Kein Turm weist ihnen den Weg aus Licht.

Es bricht der Mast. So weiß die Gischt.
Manch Leben wohl heute noch erlischt.
Das Ruder bricht. Und da: Ein Riff!
Keine Rettung winkt mehr diesem Schiff.

Es füllt sich der Rumpf. Es tobt der Wind.
Das Wrack: Ein Spielzeug dem zornigen Kind.
Rettet euch, Leute! Fliehe, wer kann!
Über Bord springen Käp´ten, Maus und Mann.

Kaum einer kann schwimmen. Die Wogen: turmhoch.
Welche Hoffnung bleibt den Männern da noch?
Der Sturm hat gewonnen, das Schiff versinkt.
Kein Helfer, der der Mannschaft Rettung bringt.

Die Kräfte schwinden. Viele schaffen es nicht,
Auge um Auge langsam bricht.
Der Jungmaat kämpft, gerade sechzehn Jahr.
Auch er ertrinkt um ein Haar.

In der Hand des Sturms auf Wohl und Weh.
Der tost und brüllt und peitscht die See.
Ein neuer Klang mischt sich hinein:
Brandung, schäumend, bricht sich an Stein.

Schwarze Klippen ragen hoch auf.
Er schwimmt, lenkt seinen Blick darauf.
Vom Sturm geschleudert gegen den Stein.
Sollte dies das Ende sein?

Blutig, zerschlagen, zerschunden die Haut.
Da sieht er, dass der Morgen graut.
Er zieht sich hinauf mit letzter Kraft.
Am Leben. Er allein hat´s geschafft.

05. Februar

Allgemein Ballade Lyrik

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